Datum:                                 13.1.44                                                                                    

Feldpostnummer:                L35996

Einheit:                                13. Kompanie Fallschirmjäger-Regiment 3 (Granatwerfer)

Unterstellung:                     1. Fallschirmjäger-Division

Einsatzgebiet:                      Italien Adriaküste

                                            

Inhalt:

                                                                                                          Italien, den 6.1.44

Meine Lieben!

 

Entschuldigt bitte wenn ich euch jetzt erst wieder schreibe, hatte wirklich bis jetzt keine richtige Zeit zum schreiben. Aber kann euch sagen das ich in diesem Jahr an der Front ein selten schönes Weihnachten gefeiert habe sind auch sehr gut beschenkt worden. So gut liebe Mutter hättest du mich nicht beschenken können im 5. Kriegsjahr, wir hatten Kuchen jeder eine große Tüte voll schönen Sachen und kleines ???-päckchen. Unser Leutnant und Zugführer hat dann noch am heiligen Abend einige passende Worte gesprochen, hatten auch sehr viel Rotwein und Weißwein auch Schnaps und Likör um 22.00 Uhr hab ich flach gelegen es hatte mir gereicht. Am 1. Weihnachtstag kam unser Kompaniechef in unsere Stellung mit Spies und noch par Gäste, diese Weihnachtfeier war mit Hammelbraten auch Wein den es hier genug gibt und einer Ansprache umrahmt vom Chef aber ein tolles Ende. Habe am heiligen Abend bei der Weihnachtsfeier und Bescherung deinen letzten Brief erhalten, war das für mich eine Freude die schönste des abends. Meinen herzlichen Dank Liebe Mutter, aber schicke mir keine Luftpostmarkenbriefe mehr weil die nur für Russland sind. Nach Weihnachten hieß Stellungswechsel etliche km von der Adria nach rechts, der Tommy war mit Panzer in Ortona eingedrungen war alles stinckig. Haben dann wenig Ruhe gehabt. Sind in gebuddelten Höhlen eingezogen, das war am Silvesterabend waren auch froh als wir in Ruhe ins neue Jahr hineinliegen konnten mit den Gedanken an die Heimat. In derselben Nacht kam hier ein Wettersturz mit großen Regenmassen, unsere neben Bunker sind in derselben Nacht noch ausgezogen weil sie fast schwimmen gingen. Am morgen mussten wir auch aus unserer Höhle heraus weil durch die Nässe die Erde herunter kam. Haben so das neue Jahr schlecht angefangen, werden es also gut beenden. Mit den Italienern haben wir dann einen Splitterfestenbunker bauen können. Wohnen jetzt schon einige Tage darin, es geht soweit alles noch in Ordnung. Haben in Ortona gelegen, jetzt sind wir rechts von Ortona der Adria in Stellung. Wir haben hier noch keine Kälte gehabt, noch ist hier Herbstwetter. Wenn es klares Wetter ist sind die Jäger dauernd in der Luft, aber die Artillerie vom Tommy bearbeitet uns jetzt verdammt anständig. Er hat schon hart an unsern Bunker geklopft, aber dem scheint ja auch die Munition nicht auszugehen. Wir haben in den letzten Tagen mit unseren Werfern beachtliche Erfolge erzielt, den Negern uns gegenüber hats schwer zugesetzt. Aber bin ja immer noch gesund, mache neben Waffenwart Melder von der Feuerstellung zur B-Stelle. Will hoffen das ihr Liebe Mutter und Vater noch gesund seit, Matthias wünsche ich gute Besserung. Habe für Euch 2 Pakete unterwegs hoffentlich kommen sie an. Seit nun herzlichst gegrüßt von Euer Sohn und Bruder Heinz.

 

In Italien gibt’s auch Läuse, die Kameraden sind schon schwer am jucken.